Samba Fall hat das Thema "fiktive Realität"
zum Leitmotiv seiner Arbeiten gemacht. Viele Menschen schaffen
sich eine eigene, subjektive Realität, welche nicht die
real existierende Realität wiederspiegelt. Diese Tendenz
kann in dem Aufkeimen von zerstörerischen Idiologien
münden, wie die Beispiele des deutschen Nationalsozialismus,
der chinesischen Kulturrevolution oder auch das Beispiel von
Mobuto im ehemaligen Zaire zeigen. Die Flucht in eine eigene
Realität führt dazu, dass die Verantwortlichen in
Ländern der Dritten Welt den Bezug zu den realen Nöten
und Problemen verlieren und sich stattdessen politischen Träumereien
hingeben und somit die ökonomische Abhängigkeit
und Schwäche nicht bekämpfen sondern sogar durch
Passivität fördern. Viele Menschen träumen
von Reichtum und vertrauen auf den Zufall oder das Spielerglück.
Menschen, die ihre Zukunft auf dieser Basis aufbauen stellen
eine Bedrohung für die Entwicklung der Gesellschaft dar.
Als Künstler ist Samba Fall Zeuge dieser Entwicklung
und sieht seine Aufgabe darin diese Gefahren aufzuzeigen und
sich ihnen mit den Möglichkeiten des künstlerischen
Schaffens entgegenzustellen. Um den universellen Charakter
dieser Gefahr aufzuzeigen stellt Samba Fall seine Personen
ohne Gesichter dar. Die Empfänglichkeit zur Flucht in
eine fiktive Realität umschliesst die ganze Welt.