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Dakar - Stadtrundgang

Artikel von Stefan Gärtner -  stefan.gaertner@teranga.net

Dakar - man kann die Stadt lieben, man kann sie meiden. Faszinierend und einen längeren Besuch ist Dakar auf jeden Fall wert. Dakar, das sind die Gegensätze zwischen dem Glanz und Glitzern einer florierenden, aufstrebenden Wirtschaftmetropole im Westafrikanischen Raum und den Schattenseiten wie Arbeitslosigkeit, Landflucht und städtebaulichem Wildwuchs. Der Stadtbereich Dakars mit seinen Vororten erstreckt sich über die gesamte Halbinsel des Cap Vert. Da die Stadt von nahezu allen Seiten von Wasser umgeben ist, werden die Temperaturen selbst im Sommer nicht so heiss wie in den übrigen Landesteilen. Das Zentrum  Dakars bildet der Place de l'Independance, an dem alle wichtigen

Chambre de Commerce

Angelegenheiten von Behördengängen (Verlängerung Passe Avant für Besucher, die mit dem eigenen Fahrzeug angereist sind), Apothekenbesuchen, Geldwechseln (BICIS verlangt keine Wechselgebühr auf Thomas Cook-Travellercheques), Flugbuchung bis hin zu Supermärkten und Souvenirkauf erledigt werden können. Vom Place de l'Independance ausgehend ist die Avenue George Pompidou die wichtigste Einkaufsstrasse in Dakar. Folgt man ihr, so erreicht man nach ca. 200 m den Marché de Sandaga. Hier lassen sich vortrefflich alle Güter des täglichen Bedarfs, angefangen von Cassetten, afrikanischen Stoffen bis hin zu Schuhen und Kochgeschirr einkaufen. Auch wird hier eine Vielzahl von Plagiaten bekannter Markenprodukte angeboten, die qualitativ nicht viel schlechter als das Original sind, aber wesentlich weniger Kosten. Soviel Zentralität hat natürlich seinen Preis und man muß schon einen glücklichen Tag  erwischt haben, um nicht von einem der zahlreichen Werber nach seinen Wünschen angesprochen

BCEAO-Tower

und an den entsprechenden Stand (der natürlich einem Bruder oder Cousin gehört) geführt zu werden. Laßt euch ruhig darauf ein, gezwungen werdet ihr zu nichts und die Verhandlungen führt ihr anschliessend  auch mit dem richtigen Verkäufer. Wie immer gilt der Grundsatz die Ruhe zu bewahren, auch wenn noch so viele Leute auf euch einreden, nach kurzer Zeit legt sich der Wirbel wieder und man kann seinen Einkauf fortsetzen. Wie überall gilt es natürlich auch hier in einer Menschenmenge nicht seine Taschen und sein Portemonaie aus den Augen zu verlieren.
Links und rechts von der Avenue George Pompidou spielt sich ein großer Teil des Nachtlebens Dakar's ab. Hier befinden sich die "berüchtigten" Boites de la Nuit, in denen ab 24 Uhr das Leben so richtig tobt. Hier werden sämtliche Klisches erfüllt, die dem Nachtleben einer Afrikanischen Hafenstadt anhängen. Fremdenlegionäre, Seeleute, "reiche" Einheimische und  Prostituierte geben sich hier das Stelldichein mit mehr oder weniger erfahrenen Touristen.

Man sollte sich das Vergnügen auf jeden Fall zumindest einmal gönnen und in diese skuriele Szenerie abtauchen. Bekannte Clubs sind das Afrika Star, Black&White, Jet Set, Tropique. Vor allen Clubs warten abends die Taxis, so dass  man auch immer wieder gut wegkommt, aber vorsicht!, den Fahrpreis immer vorher aushandeln. Es kommt auch öfters vor, dass der Fahrer seine Meinung
über den Fahrpreis ändert, da hilft nur aussteigen und das nächste Taxi rufen. Oft überlegt es sich der Fahrer dann nochmal und akzeptiert den ursprünglich ausgehandelten Preis. Dieses Procedere passiert allerdings mitunter auch tagsüber. Die Straße an der östlichen Seite des Place de l'Independance führt zum Hafen (Gare Router du Port) und zum Bahnhof.  Unweit des Bahnhofs, gut zu Fuß zu erreichen befindet sich auch die Ablegestelle für die Fähre nach Gorée, sowie in die Cassamance nach Ziguinchor. Am Besten direkt am GareRoutier fragen, es ist nicht zu vefehlen. Die westliche abgehende

Straße zum Marché de Kérmel und dahinter wiederum zum Hafen. Der Marché de Kérmel ist mittlerweile nach einem Totalabbrand wieder neu aufgebaut und stahlt in alter Schönheit, doch Vorsicht!, die Ecke ist sehr touristisch. Es ist dringend erforderlich seinen Reisepass mit sich zu führen, es gibt Tage, an denen die Ausländerpolizei jeden, der nach Tourist aussieht kontolliert. Ohne Papiere hat man dann   recht schlechte Karten. Will man die kleine Auslöse vor Ort nicht zahlen (meist sind es nur 500 CFA, hier geht es aber um eine prinzipielle Angelegenheit), so ist man sich bei der Ausländerpolizei am Place de l'Independance einfinden und endlose Diskussionen führen. Am einfachsten ist die Sache zu lösen, wenn man einen Begleiter losschicken oder einen Bekannten losschicken kann um die Ausweispapiere zu holen. Lohnenswert ist auch eine Fahrt auf der Route de Corniche, man hat hier einen wunderschönen Ausblick auf die Steilküste und das Meer. Wenn einem einmal der Trubel der Großstadt zuviel werden sollte, so kann man schön in einem der Nobleren Restaurants und Club an der Route de Corniche ausspannen. Es muss einem jedoch klar sein, dass dies nicht ganz billig ist. Weitere schöne Ausflugsziele in Dakar sind das Dorf Yof und Ngor mit seinen wunder- schönen Ständen sowie die Insel Goree in der Bucht vor Dakar.

Place de l'Independance

Place Soweto und Parlamentsgebäude

Präsidentenpalast