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Fadiout / Palmarin - Tor zum Saloum Delta

Artikel von Stefan Gärtner -  stefan.gaertner@teranga.net

Mitten in ausgedehnten Mangrovenwäldern gelegen ist der Fischerort Fadiout nur durch eine Holzbrücke zu erreichen. Die üppige Lagunenvegetation kündigt bereits das nahe gelegene Sumpfgebiet des Delta du Saloum an. Fadiout besteht im eigentlichen Sinne aus drei einzelnen Inseln. Dem Ort selbst auf der größten Inseln inmitten der Lagune, einer Friedhofsinsel und einer Insel, die zum Fischtrocknen und zur Vorratsaufbewahrung dient.

Die drei Inseln bestehen fast ausschliesslich aus Muschelschalen, in früheren Zeiten ein wesentlicher Bestandteil der Mahlzeiten der Inselbewohner. Noch heute ziehen die Einwohner von Fadiout bei Ebbe zu Fuß in die Lagune um Muscheln und Schecken zu suchen. Fadiout ist wie auch das benachbarte Joal vom Christentum geprägt. Davon zeugt allein schon die Anlage des Dorfs mit einer großen Kirche inmitten des Dorfplatzes. Um den Dorfplatz herum gibt es auch einige Kneipen und kleine Restaurants, in denen sich vortrefflich ausruhen läßt.

Es lohnt sich auf jeden Fall eine Nacht in Fadiout zu verbringen, allein durch die Insellage mit seinen engen Gassen ist ein schneller Kontakt zur Bevölkerung garantiert. Zudem wird man am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang mit herrlichen Ausblicken auf die Lagune belohnt. Empfehlenswert ist eine Übernachtung in dem Campement "Le Palentuvier". Das Campement wurde von einem Schweizer errichtet und wird während des Jahres von Einheimischen geführt. Luxus darf man zwar nicht erwarten, doch für eine Übernachtung ist es ausreichend und die Lage direkt am Wasser ist einmalig. Der einzige Weg nach Fadiout führt über besagte Holzbrücke. Autoverkehr gibt es nicht, wenn man mit dem eigenen

Wagen anreist, so muss dieser am Wendeplatz vor der Brücke stehen gelassen werden.  An diesem Wendeplatz treffen sich auch die  Jugendlichen von Fadiout, um die Touristen abzupassen und sich als Führer anzubieten. Das Buhlen um die Touristen nimmt teilweise recht skuriele Formen an, denn die Konkurrenz unter den Jugendlichen ist groß.

Hier hilft nur, ebenso wie auf allen  Marktplätzen oder Busstationen, Ruhe bewähren, und warten bis sich die Aufregung gelegt hat. Von diesem Wendeplatz lassen sich auch Touren durch die Lagune im Einbaum  unternehmen sowie auch das benachbarte Joal erkunden. Teilweise bieten die jugendlichen Führer regelrechte Pauschalpakete an, mit Einbaumtour durch die Lagune mit Besichti- gung der Inseln, anschliessend  Piknik auf einer vorgelagerten Sandbank. Wer dann noch fit ist, kann in Joal die Fischräuchereien und Fischtrocknereien besichtigen und am Hafen abends die Ankunft der Fischer erwarten.

Um die vielen Eindrücke des Aufenthalts in Fadiout sacken zu lassen, bieten sich ein oder zwei Übernachtungen im nahegelegenen Palmarin an. Der Name ist sprichwortlich, denn das Campement liegt inmitten eines wunderschönen Palmenhains. Das Campement wird gemeinschaftlich von dem benachbarten Dorf (ebenfalls Palmarin benannt) betrieben. Übernachten kann der Besucher  in landesüblichen Hütten, die mit 2 Betten ausgestattet sind, die zentralen Sanitäranlagen werden gemeinschaftlich genutzt. In Plamarin lässt es sich vor- trefflich entspannen, am Strand spazieren gehen oder auf eine andere Art dem Müßiggang fröhnen. Mit einem  Unterhaltungsangebot sollte man nicht rechnen, es sei den man


veranstaltet sein eigenes Event. Im Übernachtungspreis ist wahlweise Voll- oder Halbpension inbegriffen, die Mahlzeiten werden von Frauen aus dem benachbarten Dorf zubereitet. Die Mahlzeiten sind sehr gut, reichhaltig und vor allem typisch senegalesisch. Wer noch nicht die Ehre hatte von einer Familie zum Essen eingeladen worden zu sein, der kommt hier in der familiären Atmosphäre des Campements voll auf seine Kosten. Auch gekühlte Getränke können an der Bar des  Campements gekauft werden. Die Preise sind sehr moderat, die Übernachtung mit Halbpension kostet ungefähr 8000 CFA pro Person, die Getränkepreise liegen im

landesüblichen Schnitt von 600-800 CFA. Zu Erreichen ist Palmarin mit dem Taxi Brousse von Joal aus, es gibt mitten im Ort in einer Seitenstrasse einen kleineren Gare Routière,von dem die Taxis in das Delta du Saloum fahren.  Man muss allerdings eine Portion Geduld mitbringen, den die Taxis fahren erst, wenn sie voll sind und das kann bei Strecken abseites der grossen Pendlerrouten etwas dauern. Auch gibt es eine Verbindung von Dakar aus nach Palmarin, um das Taxi zu erreichen ist es allerdings ratsam schon recht früh morgens am Gare Routière neben der Feuerwehr (Pompiers) zu sein.