[Regen
in Afrika] [Eine
Senegalesiche Geburtstagsparty] [Eine
kleine Hundegeschichte] [Hammel,
Hammel,Hammel...][Auf
den Strassen von Dakar...][Amoul
Solo!][Afrikanischer
Alltag][Zwischen zwei Welten][Scooter, Scooter,...]
von Ruth Isenschmid
Afrikanischer Alltag
Alltag in Senegal ist gekennzeichnet von Kontroversen. Hier ist
alles möglich, alles hat nebeneinander oder miteinander Platz.
Vieles, was ich heute kaum noch beachte, muss für ungewohnte Augen
und Ohren sehr exotisch sein. Das Leben ist durch eine grosse
Kreativität und Spontanität gekennzeichnet. Auch die Offenheit
und Herzlichkeit der Leute auf der Strasse ist immer wieder eindrücklich.
Da bittet mich eine kleine Bettlerin mit hungrigen Augen um ein
Almosen. Gerade vorhin hatte ich meine letzten Münzen vergeben,
so dass ich ihr sagen muss: tut mir leid, das nächste mal. Sofort
erhalte ich ein strahlendes Lächeln und ein Danke, obwohl ich
ihr doch nichts gegeben habe. An der Strassenecke kaufe ich Zigaretten.
Während ich zahle, drückt sich ein Talibé um den Kioskstand herum.
Als ich weiter will, hält er mir seine Hand entgegen. Ich gebe
ihm ein Bonbon. Er lächelt und dankt, obwohl er sicher ein Geldstück
vorgezogen hätte. Dies muss er jedoch seinem Marabou abliefern,
so dass ich ihm lieber etwas zum Naschen gebe, das kann er sofort
in den Mund stecken und selber konsumieren. Manchmal kaufe ich
auch eine Banane oder etwas Brot. Dann haben diese kleinen Kerle
wenigstens etwas im Magen. Dakar ist voll von Bettlern, welche
überall anzutreffen sind. Im Laufe der Zeit bin ich zu meinen
Lieblingsbettlern gekommen. Sie winken mir schon von weitem zu,
lachen und fragen wie es mir geht, auch wenn ich ihnen an diesem
Tag nichts gebe. Sie wissen, dass sie ab und zu etwas erhalten.
Die andern akzeptieren, dass ich die "Toubab" des Kollegen bin.
Dieses System funktioniert gut. Sie grüssen mich trotzdem herzlich
und lachen mir zu. Dann meine Freundin auf der Kreuzung bei der
"Porte des Nouvelles Millénaires", die dort immer in ihrem Rollstuhl
bettelt. Ob ich nun im Taxi oder im eigenen Wagen fahre, sie macht
mich schon von weitem aus und winkt mir zu. Wenn das Signal auf
Rot steht, gibt sie ihrem Rollstuhl die Sporen und rast auf mich
zu, um mir guten Tag zu sagen und auch ab und zu etwas Geld zu
erhalten. Sie ist aber nie böse, wenn ich ihr nichts gebe. Kürzlich
zeigte sie mir die Pneus ihres Rollstuhls. Sie fuhr beidseits
auf den Felgen. Ich begriff, dass es sehr mühsam sein musste,
auf solchen Rädern überhaupt vorwärts zu kommen. Zum Glück habe
ich Freunde, die einen Scooter-Laden ganz in der Nähe haben. Ich
fragte sie, ob sie meiner Freundin neue Pneus montieren könnten.
Kein Problem. Der Mechaniker holte die Frau und montierte ihr
sofort neue Pneus mit neuen Schläuchen. Selbstverständlich bezahlte
ich das Ganze zum Schluss. Hätte ich ihr jedoch das Geld gegeben,
hätte sie es bestimmt nicht für neue Pneus verwendet. Mit der
Versicherung, für mich zu beten, fuhr sie glücklich davon. Bemerkenswert,
wie diese armen Leute immer guter Laune sind, lachen können und
sich scheinbar nicht verdriessen lassen. Daneben gibt es andere
Szenen: Ich sitze auf der Terrasse des renommierten "Café de Rome"
und genehmige mir eine Erfrischung. Kaum sitze ich an meinem Platz,
als ein starker Platzregen vom Himmel fällt. Herrlich, es kühlt
so richtig schön ab! Die Security, die vor dem Restaurant für
den Parkplatz zuständig sind, bewaffnen sich mit Schirmen. Die
neuankommenden Gäste werden nun unter dem Schirm in Empfang genommen
und sicher und einigermassen trocken von ihrem Wagen zum Eingang
begleitet. Wie Könige! Welch ein Service! Auch sonst ist in diesem
Lokal alles auf Luxus eingestellt. Schön gedeckte Tische, Kellner
und Kellnerinnen, die sich gegenseitig auf die Füsse treten, so
viele sind es. Damit der Gast auch von hinten bis vorne bedient
werden kann. Dafür sind die Preise auch entsprechend. Luxus ist
halt überall auf der Welt teuer. Hier findet man Lasagne, Tiramisu,
Basilikumtomaten mit Mozzarella und Vitello Tomato (sollte eigentlich
Vitello Tonnato heissen) auf der Speisekarte, gekocht nach guter
Italienischer Art. Eine Abwechslung im Reigen der sonstigen Luxusrestaurants,
die eher französische Küche anbieten. Auch ein Abstecher in eines
der Luxushotels lohnt sich. Tritt man durch den Eingang dieser
Etablissements findet man sich sofort in einer andern Welt wieder.
Zurückgelassen hat man draussen die Bettler, den Lärm und den
Schmutz auf den Strassen. Hier findet man sich im angenehmen Dämmerlicht
der klimatisierten Lobby des Hotels wieder. Gedämpfte Stimmen,
Personal das dienstbeflissen in Uniformen bereitsteht, die dezent
beleuchtete Hotelbar, die mit ihrem auserlesenen afrikanischen
Dekor ein wenig daran erinnert wo man sich befindet. Alles in
allem ein Ambiente, das es überall auf der Welt anzutreffen gibt,
eben Luxushotels. Luxus gibt es nicht wenig hier in Dakar. Er
ist um so sichtbarer, als die Armut ebenfalls sehr gross ist.
In gewissen Quartieren finden sich Villen, die eher an Paläste
erinnern. In jedem Stil, und in jeder Bauweise. Mit Marmor, Säulen,
Pool, grossen Gärten, Luxuskarossen, umzäunt von hohen Mauern,
vor dem Tor ein bis mehrere Wächter, die Tag und Nacht die Bewohner
und das Haus bewachen. Diese Villen sind oft so pompös gebaut,
dass sie richtig hässlich aussehen. Traurig dabei, dass hier sichtbar
wird, was korrupte Beamte und Regierungsmitglieder sich in die
Tasche gesteckt haben. Hier wird sowieso gerne gezeigt was man
hat, wie in vielen Entwicklungsländern. Je pompöser, um so besser.
Wuchtige Paläste, wuchtige Möbel, wuchtige Autos, pompöse Kleider,
Schmuck, Frisuren. Sich zur Schau stellen, sich schmücken ist
eine grosse Vorliebe der Menschen hier. Dabei finde ich manches
bewundernswert. Die Hausfrau, die tagsüber gebückt den Boden gewischt
oder mit dem Mörser gearbeitet, die Wäsche von Hand gewaschen
hat oder sich im Getümmel des Marktes mit Lebensmitteln eingedeckt
hat, tritt nach einer ausgiebigen Dusche nach 17h00, gekleidet
und geschmückt wie eine kleine Königin vor das Haus um einen Schwatz
mit der Nachbarin zu halten. Desgleichen die Männer. Wunderschön
anzusehen in ihren farbigen Boubous. Selbst aus den ärmlichsten
Hütten treten abends festlich geschmückte Menschen. Die Kehrseite
der Medaille: Oft wird lieber Stoff gekauft, als ein Medikament
für ein krankes Kind. Sehr eindrücklich sind die Hochzeiten oder
die Taufen. Man kommt sich vor wie auf einem königlichen Empfang.
Bei diesen Gelegenheiten wird oft Geld über die Verhältnisse ausgegeben.
Manche Familien sind danach praktisch bankrott. Bis heute ist
es eine Schande, wenn das Fest nicht grossartig und üppig ausfällt.
Es gibt kaum Schlimmeres, als die Nachrede der Nachbarn, dass
die Familie für das Fest knauserig gewesen ist. Ein weiterer Brauch
hat mich sehr beeindruckt: Es gilt als ein ungeschriebenes Gesetzt,
dass niemandem Essen verweigert wird. Kommt ein Gast zur Mittagszeit
zu Besuch wird er geradezu genötigt mitzuessen. Bettler, die an
die Türe klopfen, erhalten die Resten der Malzeiten. In Familien,
denen es gut geht wird immer mehr gekocht, als nötig. Für eine
Hausfrau ist es beschämend, wenn sie bei unverhofften Gästen nicht
genug gekocht hat. Nachdem die Familie gespeist hat, werden die
Talibé und die Bettler gerufen. Hier geht nichts an Nahrungsmitteln
verloren. Was übrig bleibt wird an die Armen verteilt. Braucht
jemand einen speziellen Beistand von Gott, lässt er eine Malzeit
für die Armen in seinem Quartier kochen. Dies sichert ihm den
göttlichen Segen und den Eintritt ins Paradies. Alles Essbare
wird mit allen geteilt. Dies hat zur Folge, dass in diesem Land
kaum jemand Hungers stirbt. Für mich ist es heute selbstverständlich,
dass auch ich entsprechend handle. Bei der grossen Armut in diesem
Land ist es tröstlich, wenigstens etwas Weniges tun zu können,
um das Elend zu mildern. Dann musste ich lernen, dass Sachen,
die ich als Abfall betrachte, für andere noch verwertbar sind.
So habe ich nun Schachteln, in die ich leere Flaschen, Konservendosen,
Karton, Papier etc. gebe, die mein Gardien dann weiterverteilt.
Wenn Gäste alte T-Shirts, Schuhe, halbleere Duschmittel, Zahnpasten
oder Seifen im Zimmer zurücklassen, wird es immer weitergegeben.
Eine andere Art von Recycling. Zum Glück habe ich mein Personal,
das ich fragen kann, ob etwas noch gebraucht werden könnte, wenn
ich unsicher bin. Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Um die
Sicherheit vor dem Haus zu erhöhen, habe ich eine gute Beleuchtung
angebracht. So ist die Strasse vor meinem Haus nachts nun hell
erleuchtet. Nach ein paar Tagen staunte ich über die vielen Autos,
die plötzlich in der Nacht im Bereich des Lichtes parkiert waren.
Dann begriff ich: der Mann von gegenüber hatte Pfiffigerweise
kurzerhand aus der Strasse ein bewachtes Parking gemacht, kassiert
nun Parkwächtergebühren und profitiert so von der Toubab-Nachbarin.
Nach einigem Hin und Her sind wir uns nun insofern einig geworden,
dass unsere eigenen Autos garantiert Platz vor dem Haus finden,
und dass die Autos der Gäste Priorität haben, jedoch für die Bewachung
bezahlen. Denn nach hiesiger Mentalität ist es nicht etwa die
Toubab, die das Licht installiert hat und den Strom bezahlt, was
dem Mann zu dieser Einnahmequelle verhilft. Weit gefehlt! Das
ist Allah, der die Toubab hierher gebracht hat, damit sie das
Licht installiert und den Strom bezahlt. Daher ist es das alleinige
Recht dieses Mannes, das von Allah kommende Geschenk zu nutzen.
Die Toubab selber muss für das Autobewachen selbstverständlich
bezahlen. Alles klar?
<<nach
oben>>
Regen in Afrika
Regen in Afrika, Regen in Dakar, Regen am Atlantik, ein Spiel
der Elemente, der Urgewalten......
Zuerst beginnt der Himmel sich zu verschleiern, dann erheben sich
schwere, rabenschwarze Wolken über dem Meer. Sie rollen schnell
heran. Das Wasser des Meeres verändert die Farbe plötzlich.
Von wunderschönem Meerblau wird es erst grün, grau,
dann sogar schwarz. Und das mitten am Tag! Die Wellen erheben
ihre Stimmen und rauschen alles übertönend. Dann der
Wind, starke, heftige Stösse, unmittelbar bevor sich die
Schleusen des Himmels öffnen. Wer jetzt noch nicht in Sicherheit
ist, wird bestimmt patschnass. Die Menschen rennen dem nächsten
Unterstand zu, ihre langen, weiten Gewänder flattern im Wind.
Es sieht aus, als würde deAuf den Strassen von Dakar...r
Wind sie davon tragen. Farbige Flecken im schwarz-grauen
Licht. Wie die Blätter im Herbst bei uns. Erste Blitze zucken
über den schwarzen Himmel, der Donner grollt mächtig,
rollt über das Meer davon. Dann platzt der Regen herunter.
Es ist, als ob sich alle Schleusen des Himmels gleichzeitig öffnen.
In Sekunden bilden sich riesige Wasserpfützen überall.
Rinnsale entstehen, die zu Bächen anschwellen, die Strassen
verwandeln sich in kleine Flüsse. Ein dichter Vorhang aus
Wasser verhindert eine weite Sicht. Kinder und junge Erwachsene
rennen durch den Regen, tanzen, lachen und freuen sich. Gedrängt
stehen andere in den Unterständen oder an den Fenstern, bestaunen
das Spiel der Elemente. Geduldig wird gewartet, bis der Regen
nachlässt. Nach 15-30 Min. ist es soweit. Der Himmel hellt
sich wieder auf und der Regen verliert an Kraft. Auch der Wind
hat sich beruhigt. Langsam kommen die Menschen aus ihren Häusern.
Die arme Familie von gegenüber, die in einem noch nicht fertig
gebauten Haus ohne Wasser und Strom wohnt, kommt vor mein Haus.
Dort prasselt das Wasser aus der Abflussrinne der Terrasse wie
ein Wasserfall herunter. Die Kinder stellen sich darunter, lachen
und nehmen eine erfrischende Dusche. Die Frauen kommen mit Plastickbecken
und füllen diese, damit sie die Wäsche waschen können.
Es herrscht Freude und Uebermut. Auf meiner Terrasse hat sich
so viel Wasser angesammelt, dass es noch mindestens eine halbe
Stunde geht, bis die Abflussrinne versiegt. Auch die Talibée
von gegenüber kommen, waschen sich, ihre Eimer und ihre Kleider.
Die Kinder klatschen, singen, tanzen. In meiner Strasse an jeder
Abflussrinne ein kleines Fest. Bald schon ist der Himmel wieder
klar und die Sonne kommt mit ihrer ganzen Kraft hervor. Innert
weniger Stunden hat sie das
Wasser aufgesaugt, der Sand ist wieder trocken und weht in der
leichten Briese davon.
Es regnet nun regelmässig seit etwa einer Woche. Ich staune,
wie schnell das Grün spriesst. Der Strand beginnt sich mit
einem feinen Grasbelag zu überziehen, es wird überall
grün. Das tut meinen Augen wohl, habe ich doch das satte
Grün der Schweiz mitunter vermisst. Ich stehe still und sehe
mich daran satt. Auch sonst spriessen die Pflanzen mit Macht.
Aus dem sonst trockenen, sandigen Senegal wird ein grünes
Paradies. Ueberall spriessen die Blumen und Blüten. Farben
und Grün überall.
Wunderschön!!!
<<nach
oben>>
Eine Senegalesiche Geburtstagsparty
Dies ist ein Geburtstagsfest à la sénégalaise:
Begonnen hatte es damit, dass ich ein paar Freunde zu einem Znacht
am Sonntagabend einladen wollte. Von Lamin erhielt ich die Zusage
sofort, worauf er uns im gleichen Atemzug zu einer Geburtstagsfeier
am Samstagabend einlud. Gerne nahme ich die Einladung an. Dann
am Samstag ein Tel. von Lamin. Es tue ihm furchtbar leid, er habe
sich im Tag geirrt, der Geburtstag der Schwester seiner Freundin
sei ebenfalls am Sonntag und ob wir nicht da hinkommen wollten
und die Einladung verschieben könnten, da das andere von
mir eingeladene Paar ebenfalls zum Geburtstag kommen sollte. Kein
Problem, verschieben wir die Einladung also. Ich freute mich auf
die Geburtstagsparty, welche am Strand stattfinden sollte. Wir
sollten um 18.00Uhr dort sein, damit wir noch bei Tageslicht grillieren
könnten.
Gesagt, gemacht. Um 18.30Uhr kamen wir am entsprechenden Strand
an. Abou hatte seine Instrumente mitgenommen, da die Musiker
am Strand trommeln wollten. Der Strand war noch voller Leute,
die den Tag am Meer verbracht hatten. Unsere Freunde waren nicht
zu sehen. Wir suchten den Strand ab. Da kam Gaby auf uns zu. Er
trug sein Ballafon auf dem Rücken. Noch niemand da? Nochmals
suchten wir den Strand ab, der sich langsam zu leeren begann.
Nichts, niemand zu sehen. Wir gingen zu der kleinen Bar, welche
am Strand lag. Dort begannen Abou und Gaby auf ihren Instrumenten
zu spielen. Bald schon kam ein weiterer junger Musiker hinzu.
Gemütlich mit einem gekühlten Getränk in der Bar
sitztend, genoss ich dieses spontane Konzert. Ballafon, Bolong,
und Bass. Durch die Musik angelockt begann sich die Bar langsam
zu füllen. Die Leute begannen mitzusingen, zu klatschen und
zu tanzen. Der Besitzer der Bar spendierte den Musikern ein Getränk
und ermunterte sie, weiterzuspielen. Ein kleines Fest entstand
spontan. Von unseren Freunden keine Spur........
Bei mir dachte ich, wenn der Geburtstag ein Flopp werden sollte,
habe ich wenigstens dieses kleine Fest genossen. Die Dämmerung
brach an, langsam wurde es dunkel. Abou und Gaby beendeten ihre
Darbietung, inzwischen war es vollends dunkel geworden. Unsere
Freunde waren immer noch nicht gekommen. Wir überlegten uns
bereits, wieder nach Hause zu gehen, als Lamin schwer beladen
mit Plasticsäcken und ausser Athem erschien. Im Schlepptau
seine Freudin, deren Schwester, das Geburtstagskind und weitere
Leute. Grosses Hallo, kilometerlange Entschuldigungen, dann Beratung,
wo die Pary nun steigen sollte. Dafür musste jedoch erst
mal die Bewilligung im Dorf beim Strand eingeholt werden. Plötzlich
waren alle, bis auf das Geburtstagskind und die Freundin von Lammin
verschwunden. Wieder warten, lange warten. Der Strand war inzwischen
leer geworden. Dann endlich kamen sie zurück und wir konnten
zu einem Platz mit kleinen, jetzt leeren Verkaufsbuden gehen.
Inzwischen hatte sich Gaby, der sowieso ohne seine Freundin gekommen
war, wieder verabschiedet. Mit ihm verschwand auch das
Ballafon, schade.....
Nun wurde unser Paryplatz in Windeseile eingerichtet. Leider fehlte
Licht. Es war total dunkel. Ein Feuer! Aber wo das Holz hernehmen?
Einige Männer verschwanden und kehrten Minuten später
mit Armen voller Holz zurück. Bald schon wurde unser Platz
von einem warmen Lagerfeuer erleuchtet. Inzwischen grillierte
Lamin die Fische auf dem mitgebrachten Grill. Kaum 30 Minuten
nachdem wir den Platz besetzt hatten, bekam ich auch schon einen
Teller mit Salat, Brot und Fisch gereicht. Genussvoll begann ich
meinen inzwischen knurrenden Magen zum Schweigen zu bringen. Zum
Dessert bekam jeder sogar ein winziges Stück Geburtstagstorte.
Auf diese Weise die Mägen gefüllt, begannen die Musiker
nun zu trommeln. Da Gaby bereits nach Hause gegangen war, spielten
Abou mit dem Bass und Lamin die Djembe. Die Frauen begannen zu
tanzen. Ich betrachtete die Szene: Sandstrand, die leisen Wellen
des Meeres, das Lagerfeuer und die schwarzen Menschen darum herum,
tanzend klatschend und singend. Inzwischen war der Mond aufgegangen.
Vollmond, welcher alles in ein silbriges Licht hüllte. Die
Trommelklänge lockten die Leute aus dem Dorf an. Junge Burschen
mit weiteren Djembes, die das Orchester vergrösserten. Die
Dynamik begann zu steigen, die Rythmen wurden schneller und lauter.
Die Körper der jungen Frauen begannen sich wild und exstatisch
zu bewegen. Arme, Beine flogen hoch in die Luft, dazu schrille
Schreie, Klatschen, welche die Tänzerinnen anfeuerten. Dann
plötzlich ein riesen Sprung eines jungen Mannes in
die Mitte des Kreises, sein Tanz wild und schnell. Die rythmischen
Schreie und das Klatschen steigerten sich. Ich hatte das Gefühl,
von der Dynamik fortgetragen zu werden, inmitten der Trommelklänge
zu schweben, über mir der Mond, zu meinen Füssen der
Sand und das Wasser. Dann ein Break, der das Stück beendete.
Athemlos standen die TänzerInnen herum, lachten und scherzten.
Es wurde geplaudert, etwas getrunken. Einer der Musiker begann
auf seinem Instrument mit einem neuen Rythmus, andere fielen ein,
die Spannung steigerte sich, bis ein weiterer Break das Ende setzte.
In einer Pause dann begeisterte Rufe: Die Kora kommt!
Und richtig, der Koraspieler des Dorfes kam langsam auf unsere
Gruppe zu. Nun wurde die Musik etwas leiser gespielt. Die warmen
Klänge der Kora schwebten bis zum Mond hinauf, dazu die leisen
Gesänge der Versammelten, begleitet von sanften Rythmen der
Trommeln. Eine andere Dynamik entstand: romantisch, wehmühtig,
bluesig. Die Tänzerinnen hatten sich erschöpft in den
Sand gesetzt, ein Kreis um das Feuer. Dann die ersten, die sich
verabschiedeten, der Abend verklang, die Musik entschwebte sanft
mit den Klängen des letzten Liedes.........
Geburtstag auf senegalesisch oder es wird schon alles richtig
kommen, inshallah.......
<<nach
oben>>
Eine kleine Hundegeschichte
Eines Morgens, als ich vor mein Haus trat, fand ich unter dem
Auto ein kleines Hundebaby. Vielleicht 4-6 Wochen alt. Es war
völlig verdreckt, bedeckt von Läusen und wies zahlreiche
kleine Verletzungen auf. Es schien jedoch gut genährt zu
sein und war ein kräftiger kleiner Welpe. Als ich ihn untersuchte,
zeigte er keinerlei Scheu oder Angst vor meiner Hand. Mir fiel
nur seine Apathie auf. Er reagierte kaum auf meine Untersuchung,
liess alles über sich ergehen. Die Farbe seines Fells war
goldbraun soweit ich das unter dem Dreck feststellen konnte. Sami,
mein Gardien meinte, dass ihn wohl jemand in der Nacht ausgesetzt
hätte und er herumgeirrt sei.
Kurzentschlossen nahm ich ihn ins Haus und verpasste ihm erst
mal eine Dusche mit Seife und Wasser. Jämmerliches Gefiepe,
dann begann der kleine Kerl zu zittern, hatte offensichtlich kalt.
Doch eingewickelt in ein altes Frotéetuch schlief er bald
darauf auf meinem Schoss ein. Dabei grunzte er leise vor sich
hin. Später gab ich ihm dann Milch und etwas zu fressen.
Er war völlig ausgehungert und frass an diesem Tag kleine
Mengen. Auch schlief er stundenlang in der Kartonschachtel, die
ich mit einem alten Leintuch ausgelegt hatte.
Sollte ich ihn behalten? Ich könnte einen Hund gut gebrauchen,
da er die Sicherheit des Hauses noch einmal beträchtlich
erhöhen würde. Ich wollte es mir überlegen, wusste
ich doch, was es heisst, einen Welpen gross zu ziehen. Ausserdem
war er noch viel zu klein, um von seiner Mutter getrennt zu werden,
brauchte viel Körperkontakt und Aufmerksamkeit. Das erste
Problem stellte sich am Abend. Wohin mit dem Hundebaby? Das Haus
war voller Gäste, der Hund noch nicht stubenrein. Ich suchte
eine grosse Schachtel, stellte sein Schlafkistchen hinein und
dann platzierte das Ganze vor meine Schlafzimmertüre. Unter
das Leintuch versteckte ich eine Flasche, gefüllt mit heissem
Wasser, denn es wurde Nachts empfindlich kalt. So hoffte ich,
dass ich doch einigermassen zu meinem Schlaf kommen konnte. Doch
weit gefehlt! Erst wollte er um keinen Preis in der Kiste bleiben,
wollte spielen und herumrennen. Sobald ich mich entfernte, begann
er zu fiepen. Meine Gäste wollten schlafen. Also blieb
mir nichts anderes übrig, als eine geschlagene Stunde mit
dem Welpen zu spielen. Dann wurde er müde, schlief friedlich
in seiner Kiste ein. Nach 2 Stunden war jedoch schon wieder Radau
vor meiner Türe.... Nun, Ihr könnt Euch vorstellen,
dass ich in dieser Nacht kaum ein Auge zugetan hatte. Morgens
musste ich dann wieder um 7h30 aus den Federn, freudig von meinem
kleinen Hundebaby begrüsst. Das Frühstück für
die Gäste bereitete ich mit dem Welpen zwischen meinen Füssen,
der heute bereits viel lebendiger und aufgeweckter wirkte. Er
folgte
mir überall hin. Wollte spielen und gehätschelt werden.
Ein kleiner, süsser Wicht, der frech zwischen seinen Schlappohren
in die Welt schaute. Als nächstes musste er entlaust werden.
Auch diese Prozedur liess er über sich ergehen. Inzwischen
hatte er bereits ausgiebig das ganze Parterre des Hauses erkundigt
und begann die Pflanzen zu zerzausen, in den Blumentöpfen
zu graben, die Fussableger vor den Zimmern mit den Zähnen
zu bearbeiten. Er hatte je länger je mehr nur Flausen im
Kopf. Spass machte es ihm auch, hinter den Füssen herzurennen
und in die Zehen und Schuhe zu beissen. Wie oft stolperte ich
in der Folge über ihn, weil er von hinten angerast kam und
zwischen meine Füsse geriet. Am späten Nachmittag nahm
ich ihn dann mit zum Strand. Ich wollte ihn müde machen,
in der Hoffnung, die folgende Nacht schlafen zu können. Doch
weit gefehlt! Auch in der zweiten Nacht machte ich
kaum ein Auge zu. Am andern Tag war ich dann so müde, dass
ich meinem Gardien erklärte, dass ich den Hund nicht behalten
könne. Das Haus voller Gäste, von morgens bis abends
Arbeit und Nachts mit dem Hund spielen, dass war zu viel. Sami
meinte, dass er den Hund ja zu sich in sein Zimmer nehmen könne.
Gut, ich wollte es versuchen. Als ich dann um 5h00 auf die Toillette
wollte, kam mir der Kleine freudig entgegen gerannt. Sami hatte
ihn kurzerhand aus dem Zimmer gesperrt und liess ihn unbewacht
herumrennen, wobei der kleine Lausebengel natürlich wieder
nur Schabernack getrieben hatte. Wieder spielte ich lange mit
dem Welpen, bis er müde
wurde und einschlief. In den folgenden Tagen gewöhnte
er sich immer besser ein, folgte mir auf Schritt und Tritt, erfreute
tagsüber auch meine Gäste, welche den Hund süss
fanden. Er begann bereits zu begreifen, dass er nicht in die Küche
kommen durfte, setzte sich vor der Türe hin, hielt den Kopf
schief und beobachtete, wie ich sein Fressen zubereitete. Wenn
ich nicht aufpasste, schlich er sich vorsichtig und spitzbübisch
an und versuchte die Küche zu erkunden. Ein lautes "Pschttt"
scheuchte ihn jedoch wieder vor die Türe, wo er sich hinsetzte
und bellte, als wolle er sagen: ist ja schon gut, habe verstanden.
Mit der Zeit entdeckte er auch, wie er die Treppe in den 1.Stock
hinaufkam. Nun wurden die Schuhe vor meiner Türe attakiert.
Er begann Spaziergänge bis auf die Terrasse zu machen. Erkundigte
das ganze Haus. Nichts war mehr vor ihm sicher. Ich bat die Gäste,
die Türen immer zu zu machen. Stolz stand er neben einem
Stofflappen, den er sich irgendwo geschnappt und bereits völlig
zerfleddert hatte. Als wolle er sagen: das habe ich gut gemacht,
nicht wahr? Auch begann er mit Leidenschaft hinter dem von meinem
Freund gekauften Vollgummiball herzujagen, wurde ein richtiger
Champion im Ballspielen. Nach einigen Tagen war er ein vorwitziger,
frecher kleiner Kerl, der sich in Scene zu setzten wusste und
der Mittelpunkt des Hauses war. Ich begann den Welpen gern zu
haben. Doch war ich inzwischen so übernächtigt, dass
ich nur einen Wunsch hatte: schlafen, schlafen, schlafen. Dann,
nach einer Woche, schlief ich so fest, dass ich den Radau, den
er machte nicht mehr hörte. Sami, mein Gardien, schlief wie
immer den Schlaf der Gerechten. Nun waren es meine Gäste,
welche kein Auge zumachten. Einige waren verärgert, andere
lachten darüber. Mir war die ganze Sache recht peinlich.
Schweren Herzens entschloss ich mich, ein neues Herrchen für
den Welpen zu suchen. Ich bat Sami an diesem Morgen, jemanden
zu finden. Bereits nach einer halbe Stunde stand ein Senegalese
vor der Haustüre, welcher einen Hund brauchte. Ich verabschiedete
mich traurig von meinem kleinen Schlafproblem und hoffe nun, dass
er ein gutes Zuhause gefunden hat.
Noch heute denke ich oft an mein Hundebaby, für das ich noch
nicht mal einen Namen gefunden hatte. Wie es ihm wohl geht? Hat
er ein gutes Zuhause gefunden?
Bereits 3 Tage später fand ich dann zwei süsse
Katzenbabys vor meiner Türe. Ich werde mich jedoch hüten,
die Tiere ins Haus zu nehmen. Katzen und Hunde gibt es überall
in den Strassen. Ich habe ein Herberge für Touristen und
kein Tierheim. Leider.........
<<nach
oben>>
Hammel, Hammel, Hammel...
Tabasqui ist das grosse, moslimische Fest, an dem in jedem Haus
ein Hammel geschlachtet wird. Bereits Wochen vor dem Fest füllen
sich die Strassen und Plätze von Dakar mit Schafen. Ueberall
wird gefeilscht und diskutiert. In den Strassen junge Männer,
welche ihr Schaf nach Hause ziehen, auf den Dächern der Busse,
in den Kofferräumen der Autos Schafe, Schafe wo das Auge
auch hinschaut. Dazwischen die fliegenden Händler, welche
ganze Messersets zum Verkauf anbieten. Etwas mulmig wird einem
bei diesem Anblick zumute, so viele Messer, welche in diesen Tagen
in den Strassen von Dakar zirkulieren....
Bei mir in der Nachbarschaft vermehrt sich das Geblöcke rundherum.
Kein Haus, das nicht ein Schaf im Hof stehen hat. Nur die arme
Familie, die in der Bauruine von gegenüber wohnt, hat noch
kein Schaf. Vor 4 Wochen wurde ihnen der dritte Sohn geboren,
was natürlich ein grosses Fest gab. Nun sieht es so aus,
als müsste die Familie ohne Schaf Tabasqui feiern. Doch sie
haben Glück. Sie haben den kleine Neugeborenen auf den Namen
meines Freundes getauft. Dieser lässt es sich nicht nehmen
und kauft der Familie 2 Tage vor dem Fest einen Hammel. Grosses
Händeklatschen, Danksagungen, es wird für uns gebetet,
dass Gott uns viel Erfolg und Glück zukommen lässt.
Auch Sami, mein "Gardien" kommt ca. zwei Monate vor Tabasqui mit
einem Schaf daher. Stolz und glücklich erklärt er mir,
dass er es für seine Mutter gekauft hat, dass es jedoch eine
Ueberraschung sein soll. Ich erlaube ihm, das Schaf auf die Terrasse
zu bringen, sofern er es sehr sauber hält und meine Gäste
nicht gestört werden. Die ersten 2 Tage blöckt der arme
Hammel viel und jämmerlich. Sami verbringt viel Zeit damit,
auf seiner Matte neben dem Hammel zu sitzen. Nach den ersten Tagen
hat sich unser neues Familienmitglied eingewöhnt. Vor allem
auch, weil Sami sich rührend um ihn kümmert und die
meiste Zeit des Tages neben ihm sitzt. Bald herrscht ein stilles
Einvernehmen zwischen den Beiden. Es sieht so aus, als würden
sie sich ohne Worte genau verstehen. Anfänglich war der Hammel
ein etwas trauriger Anblick. Er hatte nicht gerade viel Fett auf
den Rippen und sah recht
unscheinbar aus. Durch die gute Pflege und vor allem das gute
Futter, das Sami ihm jeden Tag vorsetzt, beginnt er jedoch immer
stattlicher zu werden. Auch ich freunde mich mit dem Tier an.
Wenn ich auf die Terasse komme, kraule ich ihm den Kopf. Mit der
Zeit hält er mir den Kopf hin und gibt keine Ruhe, bis ich
ihn gekrault habe. Er beginnt kleine Spielchen zu machen, stösst
mich sanft mit seinem Kopf, macht kleine Sprünge. Die Männer
beginnen mit ihm zu "boxen", was ihm sichtlich Spass macht. Als
ich dann meinen kleine Hundewelpen zu Gast habe, nimmt ihn Sami
mit auf die Terrasse. Der Hammel beäugt den Welpen neugierig.
Dann reagiert er eifersüchtig. Er versucht möglichst
nahe heranzukommen, sich auf die Matte von Sami zu setzten, blöckt
und ist so richtig aufgeregt. Als wolle er sagen: He, ich bin
auch noch da, kümmert Euch gefälligst um mich! Wir lachen
über die Kapriolen,
die er macht, um sich in Scene zu setzten. Manchmal nimmt Sami
den Hammel von der Terrasse herunter und setzt sich mit ihm und
dem Welpen vor die Türe. Wenn ich dann von der Stadt komme,
finde ich meinen Gardien mit der ganzen Menagerie vor dem Haus,
umringt von den Kindern der Nachbarschaft.
Einmal in der Woche ist Waschtag. Sami schleppt Eimer mit Wasser
auf die Terrasse und seift den Hammel gründlich ab. Danach
strahlt dieser dann so richtig in seinem weissen Fell. Tabasqui
kommt immer näher, der Hammel wird immer runder. Dann kommt
der Tag, an dem Sami ihn zu seiner Mutter bringt. Einer seiner
kleinen Brüder holt das Tier ab. An diesem Tag ist Sami zufrieden
und strahlt wie ein Weihnachtsbaum. Er ist sichtlich stolz, dass
er seiner Mutter dieses Geschenk machen konnte. Seit Jahren ist
es das erste Mal, dass er ihr einen Hammel kaufen konnte. Am Morgen
des Festes denke ich an den Hammel, der jetzt wie tausende andere
geschlachtet wird. Abends kommt Sami mit einer grossen Plastiktüte
zu mir. Etwas verlegen überreicht er mir einen ganzen Schenkel
des eben verstorbenen Familienmitgliedes. Seine Mutter sende mir
dies als Dank. Sie hat auch gleich noch
Kartoffeln, Zwiebeln, Maggiwürfel und Karotten beigelegt,
so dass ich alles für die Zubereitung da habe. Gerührt
nehme ich das schöne Fleisch entgegen. Das wird uns in den
nächsten Tagen einen tollen Braten geben.
Ja, Tabasqui ist wirklich ein ganz besonderer Tag in diesem Land.
Am Morgen gehen die Leute zuerst in die Moschee um ihre Gebete
zu verrichten. Danach werden die Schafe in jedem Haus geschlachtet
und das Fleisch zerlegt. Ein grosser Teil davon wird sofort auf
den Grill gelegt. An diesem Tag ernähren sich alle von gegrilltem
Hammelfleisch. Vor jedem Haus in meiner Strasse ein grosses Loch
im Sand, in das die Innereien und das Blut gelegt wird. Danach
werden die Löcher wieder zugeschüttet. Den ganzen Morgen
über kaum Leute auf der Strasse, alles ist still und ruhig.
Aus den Häusern steigen Rauchfahnen auf, das Fleisch ist
auf dem Grill. Ein würziger Duft liegt über dem ganzen
Viertel. Ich steige auf die Terrasse und kann von dort in den
Höfen und den Dächern zusehen wie die Nachbarn die Hammel
zerlegen. Es wird konzentriert und schnell gearbeitet. Alle habe
zufriedene
Gesichter, winken uns zu und laden uns zum Essen ein. Dankend
winken wir ab. Scherze fliegen hin und her, alle sind glücklich.
Von meiner Haustüre aus sehe ich vis a vis die Talibé
beim Grillen von Fleisch. Sie sitzen still um den Grill herum,
freuen sich und geniessen den Tag, an dem sie ihre Bäuche
einmal so richtig füllen können. Bei mir im Haus ist
es heute ruhig und still. Die Gäste sind ausgegangen und
ich geniesse diesen Feiertag. Ich habe meinen Dienstmädchen
frei gegeben. Es läutet an der Türe. Eines meiner Mädchen
steht da und bringt uns eine grosse Schüssel mit gegrilltem
Fleisch, Sauce und Frits. Sie wünscht uns ein schönes
Fest und bittet uns um Verzeihung. Dies ist an diesem Tag üblich,
die Leute grüssen sich und bitten einander um Verzeihung.
Kurze Zeit später dann mein zweites Mädchen, welches
mir ebenfalls eine Schüssel mit Hammelflesch bringt und mir
ein schönes Fest wünscht. Ich bin ganz gerührt.
Gegen 16h00 beginnen die Leute aus ihren Häusern zu kommen.
Alle, vom Greis bis zum Baby tragen sie neue, festliche Kleider.
All die vielen Farben, wunderschön. Die Menschen beginnen
nun ihre Tour von Haus zu Haus. Sie besuchen Verwandte, Bekannte
und Nachbarn, bitten einander um Vezeihung und müssen in
jedem Haus einen Happen Hammelfleisch essen. Auch die Kinder gehen
von Haus zu Haus und bitten um Bonbons und kleine Müntzen.
Abends dann an jeder Strassenecke ein Fest bis weit in die Nacht
hinein.
Am andern Morgen immer noch zufriedene Gesichter. Einige leiden
allerdings an Verdauungsstörungen. Das viele Fleisch fordert
seinen Tribut. Bis zwei Tage nach dem Fest gibt es auf dem Markt
keinen Fisch zu kaufen. Also wird weiter Fleisch gegessen. Wie
freue ich mich am dritten Tag, endlich wieder Fisch auf dem Teller
zu haben!Auch sonst ist nach dem Fest alles aussergewöhnlich
still und die Stadt wie ausgestorben. Viele sind zu ihren Verwandten
auf's Land gegangen und noch nicht zurückgekehrt. Ich geniesse
die City ohne Staus und Gedränge, auch wenn die meisten Läden
noch zu sind und die Märkte wie ausgestorben. Spätestens
am Montag wird hier wieder alles normal laufen, wird die Stadt
zu ihrem Alltag zurückkehren.
<<nach
oben>>
Auf den Strassen von Dakar...
Es ist höchste Zeit, dass ich Euch wieder einmal eine kleine
Geschichte aus meinem alltäglichen Leben in Afrika erzähle.
Diesmal möchte ich Euch erzählen, wie es auf den Strassen
von Dakar zu und hergeht: In Afrika und natürlich auch in
Dakar hat man das Gefühl als würden ein paar Jahrhunderte
zugleich nebeneinander existieren.
Auf der zweispurigen Schnellstrasse, welche von ihrem Zustand
her gut 120/130 km/Std. erlauben würde, tummeln sich Pferdekarren,
von Hand geschobene Karren, Mofas, Fussgänger, Autos in allen
denkbaren Zuständen und Jahrgängen. Man schlängelt
sich durch alle diese „Verkehrsmittel“ durch. Die Ueberholspur
wird hier keineswegs zum Ueberholen benutzt. Die Autos fahren,
wo es ihnen gerade gefällt. So überholt man halt da
wo es gerade frei ist: mal rechts, mal links. Ach ja, ohne Hupe
wäre man hier verloren. Die wenigsten Fahrer benutzen den
Rückspiegel, beim Ueberholen ist es daher empfehlenswert
zu hupen. Wenn ich auf der Schnellstrasse ins Stadtzentrum fahre,
denke ich oft bei meinen anarchistischen Ueberholmanövern
an die Verkehrsregeln in der Schweiz. Wenn mich die Schweizer
Polizei jetzt sehen könnte…. Dann das Stadtzentrum. In den
kleinen Gassen der City gibt es sogar Trottoirs, diese werden
jedoch als Parkplätze benutzt. Als Fussgänger schlängelt
man sich dann halt neben den parkierten Autos und dem langsam
fliessenden Verkehr durch die Menschen, welche kreuz und quer
durch die Strassen gehen. Auch viele Verkaufsbuden aller Arten
stehen am Strassenrand, eingequetscht in all den Autos, Lastwagen,
Motorrädern, Mofas. Vom winzigen Tisch auf dem ein paar lokale
Früchte und geröstete Erdnüsse feilgehalten werden
bis zum blechernen kleinen Kiosk mit Zigaretten, Keksen, Kaugummis,
Milchpulver, Nestkaffee in winzigen Plastikbeuteln und Zeitungen
wird alles angeboten. Die Verkäufer sitzen daneben, die Beine
ausgestreckt und lassen sich von dem Gewimmel in keiner Weise
stören. An den Häuserfronten über den Köpfen
oft summende Klimaanlagen, die ihr Kondenswasser auf die Strasse
tropfen lassen. Zwischen all den Autos und Ständen Menschen,
welche lang ausgestreckt mitten in dem Gewühl schlafen. Eine
Bettlerin mit ihren Kindern, ein alter Mann, ein jüngerer
Mann mit nur einem Bein. Überall spielende Kinder. Europäisch
gekleidete Frauen in Minijupes, Jeans, oder in eleganten, teuren
Kleidern, Männer in Kostüm, Krawatte. Jeans und T-Shirt
sind auch in Senegal sehr beliebt und daher häufig anzutreffen.
Aber es gibt auch die wunderschönen Boubous in kräftigen
Farben, Frauen von Kopf bis Fuss eingehüllt in farbige Tücher,
welche biblischen Gestalten ähneln, Juden mit ihren schwarzen
Kleidern, den typischen Locken und Bärten, Marokkaner in
schönen Kaftans, hin und wieder ein ganz in Indigo gekleideter,
imposanter Tuareg mit Turban. Auch die typische Afrikanerin mit
ihrem kustvoll gewundenen Kopftuch, ihrem farbigen Boubou, auf
dem Rücken ihr Baby, fehlt nicht in dem Gewimmel. Dann die
zerlumpten Talibes mit ihren Blechbüchsen, welche durch die
Strassen streunen und betteln. Leute, die sich lauthals begrüssen,
zuwinken, und plaudernd stehen bleiben, ohne sich um den Verkehr
zu kümmern. Die Folge ist ein gewaltiges Hupkonzert, Geschrei.
Der Verkehr bleibt stehen. Die zwei gehen nach einer Ewigkeit
zur Seite. Langsam beginnen die Autos wieder durch die Strassen
zu kriechen. Dicke Auspuffwolken nebeln einen schwarz ein. Der
Transport von Waren wird meist auf dem Kopf bewerkstelligt. Ich
begegne Menschen mit allen möglichen Lasten auf dem Kopf.
Grosse Ballen zusammengebundener Stoffe, Plastikkübel in
allen Grössen, in denen Fisch, Gemüse oder auch Wasser
transportiert wird. Mädchen, die das Mittagessen für
einen Verwandten in einer grossen Schüssel auf dem Kopf tragen.
Ein junger Mann, der einige Holzbretter auf seinem Kopf gestapelt
hat. Andere tragen auf diese Weise Kisten in allen Grössen.
Unwahrscheinlich, was alles auf den Köpfen Platz hat. Dann
die Schubkarren, welche oft schwer beladen durch das Gewimmel
geschoben werden. Ganze Wohnungseinrichtungen werden auf diese
Weise transportiert. Oft denke ich, dass das alles doch gar nicht
Platz haben kann in diesen verstopften, Strassen der Innenstadt.
Doch unbeirrbar wird weiter geschoben, gezogen und getragen. Mit
den Autos ist es dasselbe: in den Kofferräumen werden unwahrscheinlich
Dinge transportiert. Oft sieht es dermassen gefährlich aus,
dass ich mich wundere, dass nicht mehr Unfälle passieren.
Könnt Ihr Euch vorstellen dass ein ganzer Schrank in einem
normalen Kofferraum transportiert werden kann? Auf den Gepäckträgern
werden Ziegen und Schafe und manchmal auch Menschen befördert.
Die Ladefläche leerer Lastwagen ist meist mit Menschen vollgestopft,
die sich mehr oder weniger gut festhalten können. Hier scheint
sich niemand grosse Sorgen bezüglich Sicherheit zu machen.
Wenn dann wirklich etwas passiert, ist es von Gott gewollt. Mit
dem Auto in Dakars Strassen zu fahren heisst vor allem, sehr viel
Intuition zu haben. Man muss fühlen, was der Fahrer im Auto
vor sich, neben sich und hinter sich als nächstes tun wird.
Wenn ein Auto am Strassenrand steht, muss damit gerechnet werden,
dass es einfach losfährt, ohne zu blinken oder auch nur auf
den fliessenden Verkehr zu achten. Hierbei sind vor allem die
Car Rapid und die Taxis Meister. Sie halten ohne Vorwarnung mitten
auf der Strasse an, wenn sie einen Fahrgast am Strassenrand ausmachen.
Kaum ist der Mensch eingestiegen, fahren sie weiter. Es ist am
fliessenden Verkehr gelegen, nicht in sie hinein zu fahren. Auf
Kreuzungen kennt hier niemand ein Einspuren oder gar ein Blinken,
um die Richtung anzuzeigen. Der Blinker ist vor allem dafür
gemacht, in einer Kurve die Richtung anzuzeigen. Auf Kreuzungen
ist dies nicht üblich. Nach dem Motto vorwärts, vorwärts,
immer nur vorwärts, stossen die Autos oft zu 3. oder 4. nebeneinander
auf eine Kreuzung zu, wobei dann derjenige, welcher ganz rechst
fährt, meist nach links abbiegen will und dies auch unbeirrt
macht. Wenn der Verkehr stockt, kommt es niemandem in den Sinn,
eine Passage freizulassen, damit der Gegenverkehr passieren oder
nach links abbiegen kann. Jeder Zentimeter wird ausgenutzt um
vorwärts zu drängen. Keiner macht sich die Mühe,
weiter als bis zum Hinterteil seines Vordermannes zu sehen. Das
ergibt dann oft auf Kreuzungen eine totale Pattsituation, bei
der alle ineinander gekeilt, nicht mehr vor und zurück können.
In solchen Fällen wird kräftig gehupt, geschimpft und
sogar ausgestiegen, um seinem Aerger Luft zu machen. Oft dauert
es eine kleine Ewigkeit, bis sich ein solcher Klüngel wieder
aufgelöst hat. Wehe dem, der dabei mitten drin stecken bleibt.
Trotz allem muss gesagt sein, dass selten auch nur ein Kratzer
gemacht wird. Millimetergenau zirkeln die Autos aneinander vorbei.
Oft denke ich, dass das doch gar nicht geht, dass nicht genug
Platz vorhanden ist, doch dann geht es immer wieder, irgendwie.
Wenn nach normalen Masstäben (was ist eigentlich normal?)
nur zwei Autos nebeneinander Platz haben, ist es hier möglich,
dass drei oder vier durchkommen. Dann die Fussgänger… Es
gilt das Motto dass hier die Autos um die Fussgänger herumlenken
müssen, und nicht etwa umgekehrt. Die Menschen laufen einfach
über oder auf der Strasse, wie es ihnen gefällt. Kurz,
Autofahren in Dakar heisst, viel Geduld und Umsicht zu haben.
In der Fahrschule habe ich gelernt, dass man die Geschwindigkeit
den Bedingungen und der Situation anpassen muss. Hier gilt dies
wie nirgends sonst. Alles in allem würde ich sagen, dass
in diesem Anarchistischen Strassenchaos nur Kreativität und
schnelles Reagieren ein Vorwärtskommen möglich machen.
Verkehrsregeln hin oder her. Ausserdem hupen, hupen, hupen. Ob
ich wohl in der Lage sein werde, mich in der totalen Verkehrsordnung
der Schweiz wieder zurecht zu finden? Soviel zu meinem täglichen
„Kampf“ in Dakars Strassen. Fand ich das alles zu Beginn unübersichtlich,
verwirrend und exotisch, so habe ich mich heute daran gewöhnt.
In all dem Chaos gibt es auch immer wieder charmante und lustige
Situationen. Handzeichen funktionieren total gut. Wenn ich mit
der Hand aus dem Fenster zeige, dass ich abbiegen möchte,
wird mir sofort Platz gemacht. Wenn ich nur blinke, muss ich stundenlang
warten. Wenn ich die Fussgänger durchlasse, winken sie mir
zu und bedanken sich. Jeder kommuniziert mit jedem, per Handzeichen.
Natürlich muss ich auch die Polizisten grüssen, an denen
ich vorbeifahre, denn sie kennen mich mittlerweile. Dafür
bin ich auch nicht mehr von ihnen belästigt. Längst
habe ich meine Stammparkplätze, wo ich immer einen Platz
erwische. Dank der dort wartenden inoffiziellen Parkwächter,
die mir dann auch noch für ein kleines Trinkgeld mein Auto
waschen. Schon von weitem winken sie mir, dass sie einen Platz
für mich haben. Wenn alles voll ist, wird einer gesucht.
Service total. ;-))) Früher habe ich stundenlang in den Strassen
der City einen Platz gesucht. Ich ertrage das Chaos mit Fassung
und Geduld. Bis jetzt bin ich immer an mein Ziel gekommen. Manchmal
mit Verspätung, weil alles verstopft, oder die Strassen gesperrt
waren, da der Präsident seinen Ausgang hat und mit dem Auto
unterwegs ist. Niemand regt sich darüber auf, allen geht
es gleich. Insofern „bonne route“ und bis auf ein nächstes
Mal.
<<nach
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Amoul Solo!
Nun stehe ich da, am Hafen von Barra und schaue zu wie die
letzte Fähre gerade vor meiner Nase abfährt. Was jetzt? Wir hatten
uns so beeilt, doch leider ohne Erfolg. Ich blicke zu meinen beiden
Begleitern hinüber, welche sich miteinander unterhalten. Da ist
Amadou, der Chauffeur, welcher uns sicher und umsichtig von Dakar
bis hierher fuhr und Aly, mein Bekannter aus Banjoul, der mich
für ein paar Tage zu sich und seiner Familie eingeladen hat. Aly
sieht mich an und lacht: „Wir werde schon eine Lösung finden!
Amul solo! Warte hier!“ Er verschwindet im Gedränge, welches im
Hafen gross ist und ich bleibe mit Amadou beim Wagen zurück. Die
Dämmerung hat eingesetzt und es wird schnell dunkel. Kurze Zeit
später kommt Aly in Begleitung von zwei jungen Burschen zurück.
„Es fährt noch eine Pirogge nach Banjoul, Amadou bleibt beim Wagen
und kommt morgen nach. Komm wir müssen gehen!“ Die jungen Männer
schultern unser Gepäck und verschwinden im Getümmel. Schnell verabschiede
ich mich von Amadou und versuche Aly zu folgen, was in der zunehmenden
Dunkelheit und inmitten all der Menschen nicht einfach ist. Endlich
kommen wir zu den Piroggen, welche mit dem Bug auf dem Strand
liegen. Es sind riesige Schiffe, eine Art Kanu, vorne am Bug mindestens
mannshoch. Sie werden zum Fischfang auf dem Meer benutzt. Wie
um Gotteswillen soll ich denn da einsteigen? Hoch ragt der Bug
vor mir in den nächtlichen Himmel. Ich bemerke, wie unsere Koffer
in das Schiff gehoben werden. Diese jungen Fischer sind erstaunlich.
Sie klettern behände und flink wie Seiltänzer auf den hohen Schiffswänden
herum. Ich suche nach einer Möglichkeit in die Pirogge zu klettern.
Da kommt einer der jungen Männer auf mich zu. Er lacht mich an:
„amul solo!“ und geht vor mir auf die Knie, indem er mir bedeutet,
dass ich mich auf seine Schulter setzten soll. Beherzt steige
ich auf. Jetzt ist es mir ohne grosse Schwierigkeiten möglich,
von diesen Schultern ins Boot zu steigen. Ausserdem werde ich
von starken Händen empfangen, welche mich in die Pirogge heben.
Nun noch ein gewagter Balanceakt zur Mitte des Bootes, wo ich
mich erleichtert auf einen Platz an der Schiffswand setzte. Ja
wirklich, es gibt scheinbar in Afrika immer irgendeine Lösung,
amul solo! Erst jetzt habe ich Zeit, mich im Boot umzusehen. Es
ist bereits voll gestopft mit Körben, Ballen, Koffern und Menschen.
Frauen sitzen dicht zusammengedrängt mit ihren Kindern im Boot.
Die meisten sehen ängstlich aus und beten ohne Unterlasse. Die
Männer geben sich gelassener, plaudern und lachen. Es gibt jedoch
auch einige, welche den Rosenkranz beten. Immer mehr Gepäck wird
eingeladen, immer mehr Menschen kommen ins Boot und suchen sich
einen Platz. Dann bemerke ich, dass keine neuen Passagiere mehr
kommen. Wir scheinen bereit zur Abfahrt. Inzwischen ist es völlig
dunkel geworden. Über den Rand der Pirogge kann ich am andern
Ufer, weit entfernt, Banjuls Lichter sehen. Ich wollte, ich wäre
schon dort! Durch das Gedränge beim Einsteigen, bin ich schmutzig
und nass geworden. Auch im Boot selbst ist alles nass. Mir ist
kalt. Die Passagiere sind leiser geworden. Nur noch das Gemurmel
der Betenden ist zu hören. Ich überlasse mich meinen Gedanken.
Heute habe ich einen richtig afrikanischen Tag erlebt. Dies begann
schon mit der Abfahrt in Dakar, wo wir erst die Bremsen des alten
Mercedes reparieren mussten, bevor wir losfahren konnten. Dadurch
hatten wir mindestens drei Stunden Verspätung. Aly, mit seiner
optimistischen Art hatte jedoch gemeint, dass dies überhaupt kein
Problem sei. Amol solo, wir werden es schon schaffen. Dann die
Schwierigkeiten unterwegs: schlechte Strassen, Umleitungen über
Sandpisten, Polizisten, die uns aufhielten, langes Warten am Zoll,
an der Grenze zu Gambia. Ich staune immer wieder, wie gelassen
die Menschen hier mit den Widrigkeiten und Unvorhersehbarkeiten
umgehen können. Sie sind sehr innovativ und kreativ im Lösen von
Problemen. Auch lassen sie sich nicht so schnell aus der Ruhe
bringen, wenn etwas nicht nach Plan verläuft. Sich im Moment auf
eine Situation einlassen zu können, die Dinge zu nehmen wie sie
sind, das ist für mich eine der grossen Stärken der Afrikaner.
Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Die Menschen im Boot werden
unruhig. Laute Rufe ertönen. Ich frage meinen Nachbarn was los
ist. Er erklärt mir: „Die Fischer sind auf der Suche nach Benzin,
amul solo“. Dann endlich kommen sie zurück. Sie tragen Kanister
auf den Schultern, füllen den Tank und es kann losgehen. Die schwere
Pirogge wird vollends ins Wasser geschoben und tuckert langsam
im Rückwärtsgang ins freie Gewässer, wo sie wenden kann. Dann
heult der Motor auf, und wir fahren mit erstaunlicher Geschwindigkeit
auf die Mündung des Gambia hinaus. Im offenen Gewässer sind die
Wellen hoch. Durch das Auf und Ab der Pirogge bekommen die Menschen
Angst. Da nur wenige schwimmen können, muss diese Fahrt für die
meisten ein Horrortrip sein. Die Frauen beginnen laut zu jammern
oder zu beten. Auch viele Männer beten. Kinder weinen. Eine junge
Mutter neben mir schaut mich mit flehenden Blicken an. Sie hat
zwei kleine Kinder bei sich, kann aber nur das Baby auf dem Schoss
halten. Das grössere klammert sich an sie und weint jämmerlich.
Ich nehme die Kleine auf den Schoss und versuche sie zu beruhigen.
Die Mutter schaut mich dankbar an. Unbeirrt pflügt sich unser
Boot durch die Wellen. Endlich habe ich den Eindruck, dass die
Lichter unseres Ziels näher kommen. Dann der knirschende Sand
unter dem Bug, wir kommen mit einem Ruck zum Stehen. Sofort stehen
alle auf und versuchen eilig vom Boot zu kommen. Es gibt ein grosses
Gedränge und Geschubse. Die Fischer schreien laut Befehle und
beginnen das Gepäck auszuladen. Auch die Passagiere beginnen zu
lamentieren. Nach der verhaltenen, angstvollen Ruhe an Bord bricht
die Lebendigkeit mit voller Kraft durch. Ich habe immer noch die
Kleine auf meinen Armen. Aly ist einer der Ersten, die auf dem
sicheren Sand stehen. Er kümmert sich um unser Gepäck. Ich gehe
langsam und vorsichtig mit der Kleinen zum Bug. Sie klammert sich
an mich und hat grosse Angst. Ihre Mutter ist vor mir und schaut
immer wieder zurück. Sie hat jetzt ausser dem Baby auch noch ihr
Gepäck in der Hand. Die Fischer helfen ihr vom Boot. Dann wird
mir das Kind abgenommen und seiner Mutter nachgereicht. Ich stelle
mich auf den Rand des Bootes und sehe tief unter mir den Boden.
Die Luft anhaltend, lasse ich mich fallen. Endlich wieder festen
Boden unter den Füssen! Ich gehe zu Aly, der beim Gepäck auf mich
wartet. Mit den Koffern beladen gehen wir auf die ersten Häuser
von Banjul zu. In den Strassen gibt es keine Strassenlampen. Nur
aus den Hauseingängen fällt ab und zu Licht auf unseren Weg. Aly
geht, obwohl schwer beladen, sehr schnell, ich habe Mühe, mit
ihm Schritt zu halten. Weit vor uns sehe ich jetzt Licht. „Wenn
wir dort sind, können wir uns ein Taxi nehmen!“ ruft mir Aly zu.
Aus einer kleinen Nebenstrasse kommt eine Gruppe junger Männer
und folgt uns. Meine ganzen Sinne sind nach hinten gerichtet.
Werde ich nächstens überfallen? Ich drehe mich um und schaue der
Gruppe entgegen. Sie verlangsamen ihre Schritte, bleiben etwas
zurück. Inzwischen ist Aly bereits auf der hell erleuchten Strasse
angekommen. Ich sehe, wie er um die Ecke biegt und verschwindet.
Ich versuche noch schneller zu gehen. Die paar Meter bis zur Strasse
scheinen mir Kilometer. Wieder schaue ich zurück, meinen Verfolgern
direkt ins Gesicht. Einer von ihnen hebt die Hände, lacht mich
an und ruft mir zu: „Amul solo!“ Dann endlich habe ich es geschafft.
Ich entdecke Aly, der bereits mit einem Taxi verhandelt. Erleichtert
lasse ich mich in die Autopolster fallen. Ich bin erschöpft und
nass und fühle mich ausgesprochen schmutzig. Mein einziger Wunsch
ist es jetzt, so schnell wie möglich unter eine Dusche zu kommen,
in ein Bett zu fallen und zu schlafen.
<<nach
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Zwischen zwei Welten
Zwei Monate in der Schweiz, das ist erst mal wunderschön. All das viele Grün, die Seen, die Berge.... Nachdem ich nun bereits vier Jahre in Senegal lebe, sehe ich das alles, als ob es das erste Mal wäre. Und doch..... Alles ist vertraut, bekannt.... Es ist eine Reise in die Vergangenheit. Überall, wo ich auch bin, kommen Erinnerungen hoch. Erinnerungen an ein Leben das ich einmal gelebt habe. Viele fragen mich, ob ich nicht lieber wieder in der Schweiz leben würde? Die Antwort ist gar nicht so einfach. Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit meinem neuen Leben in Afrika. Nur manchmal, wenn ich ob der typischen Schwierigkeiten, mit denen ich mich hier in Senegal herumschlage, nerve, denke ich an die Schweiz. Und schon bin ich mitten drin in meinem Leben zwischen den Welten......
Die ersten Tage in der Schweiz standen unter dem Zeichen eines kleinen Kulturschocks. Alles ist so sauber, wohl geordnet, die Geschäfte überladen mit Angeboten, in der Stadt überall Automaten, die es zu benützen gilt, Abfallkörbe und Aschenbecher an jeder Ecke, im Restaurant brauche ich einen Code, um auf die Toilette zu gehen...... Ich bin überfordert, die ersten Tage in „meiner“ Stadt. Das Gefühl, sich nicht auszukennen, fremd zu sein und gleichzeitig diese Vertrautheit..... Ganz schön verwirrend, mir schwirrt nach spätestens zwei Stunden der Kopf. Es ist kurios, wenn ich in einwandfreiem Berndeutsch jemanden um Hilfe bitte, benötigt eine Erklärung. Wie z.B. die Situation im Parking der Migros, kein Schlagbaum, kein Ticket das ich ziehen muss, dafür ein Automat beim Lift. Ich sehe dass die Leute sich dorthin begeben, bevor sie in den Lift steigen. Also machte ich es ihnen gleich. Erstes Problem: ich hätte mir die Nummer des Parkplatzes merken sollen! Also nochmals zurück zum Wagen, Nummer merken, wieder zum Automaten. Nummer eingetippt, der Automat sagt mir, dass ich bezahlen soll, doch nicht wie viel. Wie kann ich das denn jetzt wissen? Ich stehe wie der Esel vor dem Berg. Sehe mich um, eine nette Frau steht hinter mir und schaut mir zu. Ich bitte sie um Hilfe, natürlich auf Berndeutsch, daher erkläre ich auch, dass ich einige Jahre nicht in der Schweiz gelebt hatte. Sie lacht, sagt, das Parking ist die ersten 1 ½ Stunden gratis, sie drücken einfach auf o.k. dann hat sich das Ganze. Dann meint sie, dass auch sie mit all den Automaten und Knöpfen, die es heute zu betätigen gilt ihre liebe Mühe habe. Bei mir denke ich, dass es für alte Leute sicher noch schwieriger sein muss. Fühle mich alt, out, dumm.
Dann der erste Einkauf in der Migros. Ich stehe vor den Auslagen bei Gemüse und Früchten. Diese Vielfalt! Vieles habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Ich stehe da und staune, kann mich nicht entscheiden, was ich nehmen soll. Will mir Zeit lassen, werde dabei angerempelt, zur Seite geschoben, stehe im Weg. Die Menschen hasten durch das Geschäft, werden ungeduldig, sind unfreundlich. Ich fühle mich total fehl am Platz. Unmöglich eine Ecke zu finden, in der ich mir in aller Ruhe die Auslagen ansehen kann. Das Gleiche beim Fleisch, Käse, in den anderen Abteilungen. Ich werde hastig, nehme ohne zu wählen, versuche so schnell als möglich raus zu kommen. Die wichtigsten Dinge kann ich kaufen, den Rest lass ich bleiben. An der Kasse will ich ein T-Shirt der Verkäuferin direkt geben, es nicht aufs Band legen, löse dabei den Alarm aus. Wieder ein paar Sekunden Stress. Dann die Eile mit der ich meine gekauften Sachen einpacken muss. Der Einkauf des nächsten Kunden wird schon in mein Fach runtergelassen, der Kunde steht ungeduldig hinter mir, will einpacken. Ich verschwinde so schnell als möglich, atme auf, als ich draussen bin. Wenn ich in Dakar in den Supermarkt gehe, ist alles sehr viel gemütlicher. Meistens hat es nicht viele Leute, ruhig und gemütlich schieben die Kunden die Einkaufswagen durch die Gestelle. An der Kasse wird mein Einkauf von einem Angestellten aufs Band gelegt, der packt dann auch gleich alle Waren säuberlich ein, schiebt meinen Einkaufswagen bis zum Auto auf dem Parkplatz, lädt alles ins Auto ein und schiebt den Einkaufswagen weg, nachdem er ein kleines Trinkgeld erhalten hat. Ich brauche nur noch ins Auto einzusteigen und nach Hause zu fahren.
In den Strassen der Stadt die Leute. Sie hasten, haben es eilig. Ich sehe sehr wenige Gesichter lachen. Ich schlendere durch die Stadt, sehe mir die tollen Schaufenster an. Was es da alles zu kaufen gibt! Ab und zu gehe ich in ein Geschäft hinein. Dann setzte ich mich in ein Strassenkaffee. Ich möchte gerne zu meinem Kaffee ein Glas Wasser. Für dieses kleine Glas Leitungswasser verrechnet man mir 2.00 Fr. Dabei hat die Schweiz doch eigentlich aktuell sogar zu viel Wasser!? Die Matte ist überschwemmt, die Aare ist mindestens 3 mal so breit und fliesst durch die Strassen. Sicher, es geht um Geld, um Einnahmen. Aber ein Glas Wasser zu einem Kaffee? Etwas, das mich im Senegal so beeindruckt: niemandem wird Wasser vorenthalten, das bekommt man überall und erst noch gratis. Dabei ist es hier wirklich nicht selbstverständlich, vielleicht gerade deshalb? Während ich im Strassenkaffee sitze, denke ich an Dakar, vergleiche. Dort wäre es unmöglich, sich an einen Tisch mitten auf der Strasse zu setzten. Sofort wäre Frau umringt von Händlern, Bettlern, die nicht locker lassen würden, bis ich Geld rausrücke. Daher sind die Kaffees abgeschirmt, von Mauern umgeben. Wächter stehen am Eingang und hindern die Bettler am Eindringen. In Dakar kann ich auch nicht gemütlich durch die Strassen schlendern. Ständig muss ich dankend ablehnen, die Händler, die Bettler abwimmeln. Daher geniesse ich die Fussgängerzonen in der City. Keine Autos, richtig gemütlich! Einzig gefährlich sind die Fahrräder, welche ich als sehr rücksichtslos erlebt habe. Beeindruckend auch die Fussgängerstreifen: Ich bin noch nicht mal am Randstein, schon halten die Autos an! Welche Disziplin! Es macht Spass, ich freue mich darüber. Muss natürlich selber auch halten, wenn ich hinter dem Steuer sitze. Der neue Bundesplatz, diese Choreographie der Springbrunnen, daneben nur ein leerer Platz. Bei schönem Wetter sitzen die Menschen am Boden, sehen den Kindern zu, wie sie nackt durch das Wasser rennen. Auch das wäre in Dakar unmöglich. Ich empfinde dieses Bild als Luxus, geniesse es ausführlich, sehe mich an dieser friedlichen Szene satt.
Richtig, ich habe während meinem Aufenthalt in der Schweiz meine beiden Leben ständig verglichen. Eigentlich ist das gar nicht möglich. Die zwei Länder sind so total verschieden: Die Sauberkeit in der Schweiz, all der Dreck in Dakars Strassen; disziplinierte Autofahrer oder Fussgänger in den Strassen von Bern, in Dakar das reine Chaos; in der Stadt geht jeder für sich, keiner kümmert sich um den andern, in Dakar wird ständig gegrüsst, alle reden mit allen; mit welchem Schweizer Polizisten könnte ich über eine Busse verhandeln und diese vermeiden, indem ich ihm etwas Geld gebe? Beide Leben haben ihre Vor- und Nachteile. Schwierig für mich, zu entscheiden wo es besser ist. Ich habe Senegal gewählt. Dies ist im Moment mein Zuhause, hier fühle ich mich auch wohl. Eines weiss ich jedoch gewiss: ich kann Euch nicht wirklich sagen, wo es besser ist zu leben.......
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Skooter, Skooter, oh la la !!!
Ja richtig, ich fahre Skooter! Die Anlaufzeit war etwas lang und schwierig. Ist es doch schon recht riskant mit dem Auto in Dakar herumzufahren, so hatte ich eigentlich Angst mich auf einen Skooter zu setzten. Ausserdem ist da auch noch der viele Sand, der auf den Strassen liegt. Sand auf einer Teerstrasse ist wie Schnee auf den Strasse bei uns. Unvermittelt beginnt man zu schlingern und muss den Skooter auffangen. Dazu braucht es Kraft und vor allem Reaktion. Ich stellte mir das richtig riskant vor. Also liess ich es immer wieder bleiben. Dabei steht ein richtiges Bijoux in meiner Garage. Er sieht aus wie eine Vespa, hat jedoch keine Gangschaltung. Gas geben und bremsen, damit hat sich’s. Eigentlich keine Zauberei? Na ja, für mich und meine alten Knochen ist dieses Möbel schwer. Nur alleine schon den „deux rouls“ auf den Ständer zu stellen ist ein Kraftakt für mich. Nun haben wir seit etwa sechs Monaten enorme Verkehrsprobleme in der City. Alle grossen Hauptstrassen sind im Moment gesperrt, weil riesige Bauarbeiten im Gange sind. Unser Präsident will noch schnell für die Neuwahlen nächstes Jahr die ganze Stadt umbauen. Es soll tolle, moderne Strassen mit Unterführungen und Brücken geben. Alles vom Feinsten. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Nur, dass jetzt eine Fahrt mit dem Auto in die Stadt statt 30 Minuten etwa 2 Stunden dauert. Mit dem Skooter ist das immer noch in 30 bis 40 Minuten zu schaffen. Also habe ich mir einen Stoss gegeben und mich auf dieses Ding gesetzt. Und siehe da, es macht mir sogar Spass! Eine andere Welt hat sich mir aufgetan, es ist wirklich spannend. Wenn ich mich durch den Verkehr schlängle habe ich viel mehr Kontakt zu den Leuten. Sie lachen mir zu und sind sehr zuvorkommend. Da muss ich auf einer Kreuzung wie alle Verkehrsteilnehmer anhalten. Natürlich mache ich es wie alle andern Skooterfahrer, ich fahre bis ganz nach vorne an die Kolonne. Der Polizist der den Verkehr regelt schaut mich kritisch an. Ich habe aber nichts falsch gemacht. Trotzdem kommt er auf mich zu und sagt mir: Madame, das ist ein sehr schöner Skooter, geben sie ihn mir. Ich lache, bedanke mich für das Kompliment, sage ihm dann, selbstverständlich, ich gehe dann gerne zu Fuss die restlichen 20km bis in die Parcelles. Er schaut mich an und lacht. Dann meint er, dass das wohl zuviel verlangt sei und lässt er mich weiterfahren, obwohl der Rest der Kolonne noch warten muss. Jedes Mal wenn ich ihn wieder treffe, grüsst er mich, lacht mir zu und lässt mich vor allen andern passieren. Ich will in das Büro der Versicherung. Vor dem Haus ist der Platz gekachelt. Als ich wieder wegfahren will, schaffe ich es nicht den Skooter vom Ständer zu nehmen. Er rutscht einfach auf dem Ständer weiter, da die Kacheln keinen Widerstand bieten. Ich versuche es einige Male, dann muss ich atemlos innehalten. Die Wächter vor dem Haus lachen mir zu. Einer steht auf um mir zu helfen. Dann sagt er: aber Mama, Du bist doch zu alt für einen Skooter. Warum fährst Du denn nicht mit einem Auto. Hast Du keine Probleme mit dem Luftzug auf dem Roller? Deine Knochen sind doch zu alt und Du bekommst dann Rheuma. Ich bin ehrliche gesagt etwas schockiert, denn sooooo alt fühle ich mich nun wirklich nicht! Ich weiss aber auch, dass hier das Alter sehr geehrt wird und diese Aussage sehr wohlwollend gemeint ist. Daher zwinge ich mich zu einem Lachen, sage, dass es mir viel Spass macht und fahre los.
Oft gehe ich mittags ins Schwimmbad. Dann lasse ich meinen Skooter direkt gegenüber dem Eingang, unter den Augen des Wächters. Dieser freut sich immer, wenn ich komme: Bringst Du mir mein Bijou wieder? Ich werde gut auf ihn aufpassen. Wenn ich dann wieder wegfahren will, sagt er mir, dass er meinen Skooter vermissen werde, da der jetzt sein Freund geworden sei. Wenn er mich ohne Skooter sieht, ruft er mir zu: wo ist mein Freund?
Wenn ich in die Bank am „place de l’independace“ gehen muss, gebe ich meinen Skooter in die Obhut von einigen Bettlern. Dafür gebe ich ihnen immer ein wenig Geld. Sie kennen mich nun und kommen sofort, um auf meinen Roller aufzupassen. Dann war ich in der Bank während es zu regnen anfing. Der Regenschauer war kurz und heftig. Mist, werde einen total nassen Skooter vorfinden, denke ich. Zu meinem Erstaunen ist mein Skooter jedoch total trocken. Die Bettler lachen, sie haben ihn in meiner Abwesenheit mit einem grossen Karton zugedeckt. Welch ein Service! Als ich mich freue, sind sie ganz glücklich. Natürlich gebe ich ihnen auch ein entsprechendes Trinkgeld. n den letzten 4-5 Wochen bin ich nun leider nicht mehr viel mit meinem Skooter gefahren. Dafür hat es zu viel geregnet und die Strassen sind voller Wasser und Schlamm. Auch wird jetzt sehr viel Sand auf die Strassen geschwemmt, so dass ich es vorziehe, wieder mit dem Auto unterwegs zu sein. Ich freue mich aber schon auf die Zeit nach der Regenzeit, wenn ich wieder mit meinem kleinen Bijou herumflitzen kann. Ich kann auf diese Weise viel mehr erledigen, bin schneller an Ort und Stelle und habe dazu noch ganz viel Spass.
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